Interview mit dem Kurator Lars Petersen

In einem Interview hat uns Kurator Lars Petersen die fünf wichtigsten Fragen rund um die Ausstellung "Ramses - Göttlicher Herrscher am Nil" beantwortet.

Kurator Petersen
Kurator Lars Petersen

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine Ramses Ausstellung zu machen?

Das Badische Landesmuseum hatte schon vor einigen Jahren die Idee, eine Ausstellung über das alte Ägypten zu machen. Vor zwei Jahren begann die konkrete Vorbereitung für die Ramses-Ausstellung. Wir haben uns für den Pharao Ramses entschieden, da über ihn und sein goldenes Zeitalter in Deutschland noch nie eine kulturhistorische Ausstellung gezeigt wurde.

Was ist das Besondere an der Ausstellung? Was sind Ihre 3 Tipps, warum man diese Ausstellung auf keinen Fall verpassen sollte?

Schon zu Beginn der Ausstellung kann der Besucher zwei monumentale Statuen des Pharaos bewundern, die knapp 3 Meter groß sind und mehrere Tonnen wiegen. Diese zeigen besonders deutlich die Vorliebe des Pharaos für das Monumentale. Auch die Gesellschaft der damaligen Zeit wird mit interessanten Exponaten vorgestellt. Vom hohen Beamten bis hin zum Bauern.

Mediales Highlight ist die Animation der Schlacht von Kadesch. Ein hinterleuchtetes Großbild mit dem Schlachtgewimmel zwischen Ägyptern und Hethitern wird hier zum Leben erweckt. 

Eine kleine Babyflasche oder ein Bierkrug sind Exponate, die den Alltag der Normalbevölkerung der Ramses-Zeit verdeutlichen. Zum Bierkrug gibt es die lustige Geschichte eines Zeitgenossen von Ramses, der laut eines überlieferten Gerichtsurteils besoffen auf einer Friedhofsmauer saß und Passanten mit leeren Bierkrügen bewarf.

Haben Sie ein persönliches Lieblingsexponat?

Eine kleine weiße Fayencefigur, die die Herrin des Hauses Nay zeigt. Die hübsche Zeichnung ihres Gesichtes ist auch heute noch zum Verlieben.

Die Exponate kommen aus den verschiedensten Teilen der Welt. Welches Exponat hat dabei die spannendste Hintergrundgeschichte?

Den weitesten Weg hat die Figur des Wesirs namens Paser hinter sich gebracht. Er kommt aus Durham. Jahrzehntelang im Magazin der Museumsinsel in Berlin blieb der monumentale Gipsabguss einer Ramses-Büste, der erstmals seit dem 2. Weltkrieg in Karlsruhe wieder zu sehen ist. Die monumentale Faust einer 15 Meter hohen Statue wurde bereits 1799 von Napoleons Truppen in Ägypten gefunden und fand seine neue Bleibe im British Museum in London.

Stichwort Interaktion und Familien: Was können Familien mit Kindern in der Ramses Ausstellung aktiv mitmachen? 

Im Ramses-Lab können Familien gemeinsam viele spannende Infos zur Mumie von Ramses erfahren. Eine originale Katzenmumie kann bestaunt, virtuell ausgewickelt und geröntgt werden. Ein Computerspiel, das auch über Internet zugänglich ist, widmet sich der Mumifizierung.