Wer war Ramses

Mit dem Beinamen „der Große“ ging er in die Geschichte des Alten Ägyptens ein. 66 Jahre, solange wie kein anderer Herrscher, regierte Ramses II. über das Land am Nil. Während seiner Regierungszeit im 13. Jahrhundert v. Chr. führte er Ägypten zur kulturellen Blüte und wirtschaftlichem Reichtum. Auch aus diesem Grund wurde er schon zu Lebzeiten als Gott verehrt. In einer Bauinschrift am berühmten Amun-Tempel in Luxor schrieb er über sich selbst: „Er hat alles übertroffen, was frühere Könige getan haben“.

Ramses Gipskopf aus Berlin
Ramses Gipskopf aus Berlin - © Badisches Landesmuseum Fotograf: Deck

Der Pharao Ramses II

Tatsächlich ging er mit dem Beinamen „Der Große“ in die Geschichte Ägyptens ein. Als 25-Jähriger bestieg Ramses 1279 v. Chr. den Thron und regierte 66 Jahre – so lange wie kein anderer Pharao Ägyptens. Seine Macht reichte vom Süden Nubiens bis nach Asien. Als Pharao war Ramses II die irdische Verkörperung des Gottes Horus. Somit durfte er als Einziger die Kulthandlungen im Tempel vollziehen und als Vermittler zwischen Menschen und Göttern wirken. Das Volk Ägyptens verehrte Ramses II als menschlichen Sohn eines göttlichen Vaters. 

Ramses der Familienmensch

Ramses der Große war mehr als nur ein Pharao, Militärstratege, Diplomat, Bauherr und Gott. Er war auch Vater - Den Legenden zufolge hatte Ramses rund 100 Kinder. Seine Großfamilie bestand aus sieben Hauptfrauen, drei von diesen waren sogar seine eigenen Töchter. Zusammen mit seinen königlichen Hauptfrauen und 30 Nebenfrauen lebte er im königlichen Harim (Medinet Gurob) oder Palast (Pi-Rameses). Einige von Ramses Angehörigen, wie sein Sohn Chaemwese oder seine Gemahlin Nefertari, werden mit einzigartigen Fundstücken aus deren Gräbern vorgestellt. Viele seiner Töchter und Söhne verstarben jedoch bereits vor dem Tod des langregierenden Pharaos. Erst sein 13. Sohn Merenptah konnte im hohen Alter seine Nachfolge antreten. 

Ramses und seine Politik

Auch sein politisches Wirken wird in den Fokus gerückt. Ramses II. versuchte, das Einflussgebiet Ägyptens in Vorderasien zu erweitern, stieß allerdings auf großen Widerstand der Hethiter, der gegnerischen Großmacht in Anatolien. Diese Rivalität gipfelte in der berühmten Schlacht von Kadesch im heutigen Syrien. Sie wird in der Ausstellung in einer Medieninstallation nacherzählt. Auf die Schlacht folgte ein Friedensvertrag mit den Hethitern, der bis heute zu den bedeutendsten Dokumenten der Welt zählt. Es handelt sich um den allerersten schriftlich belegten paritätischen Friedensvertrag der Geschichte.

Mit über 90 Jahren und als Vater von über 100 Kindern starb Ramses in einer Zeit des Wohlstandes und Friedens.