Hallo und Herzlich Willkommen bei Paul Cézanne!

Heißt es in der Karlsruher Kunsthalle vom 28.10.2017-11.02.2018

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von Ann-Sophie

Jetzt, wenn die Tage wieder kürzer werden, das herbstliche Wetter langsam aber sicher dem Winter Platz macht und es immer kälter wird, bietet sich hier im schönen Karlsruhe die Möglichkeit sich die Zeit mit der ein oder anderen Ausstellung zu vertreiben. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei der Ausstellung „Cézanne. Metamorphosen“ der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zu Teil werden.

Am 02.11. hatte ich die Möglichkeit die gut besuchte Ausstellung im Rahmen einer Führung direkt nach dem Eröffnungswochenende besuchen zu können – und ich kann jedem empfehlen, die graueren Tage zu nutzen um in die Werke Paul Cézannes einzutauchen.

Paul Cézanne (1839-1906), der als Maler, Zeichner und Aquarellist mit verschiedenen Arten der Kunst gearbeitet hat, hat es geschafft ein überaus facetten- und abwechslungsreiches Werk zu kreieren. Und genau an dieser Stelle setzt die Ausstellung der Kunsthalle an: sie stellen Cézannes Werke, die teils unterschiedlicher nicht sein könnten, in einen direkten Vergleich und veranschaulichen dadurch Cézannes Diversität.

Spannung zwischen den Werken

Folgt man der Wegführung der Ausstellung, können Besucher so auf Werke treffen, die durch die Pinselführung des Künstlers sehr lebendig und aktiv wirken, während das direkt daneben arrangierte Werk sich lediglich als steif und verkrampft beschreiben lässt. Es ist genau diese Spannung, die Cézannes Werk so interessant macht. Speziell im siebten, elliptischen Raum der Ausstellung, kann man diese Gegenüberstellungen im Direktvergleich vorfinden.

Wechselspiel der Formen

Frau Höllerer, die die Führung unserer Gruppe übernahm, hat uns besonders auf das Werk „Jacke auf einem Stuhl“ aufmerksam gemacht, welches ein Herzstück der Ausstellung darstellt. Ich selbst fand es gar nicht so offensichtlich, dass das auf einem Hocker dargestellte Objekt eine Jacke darstellen soll, da man nur bei näherer Betrachtung z.B. ansatzweise einen Ärmel ausmachen kann. Viel mehr erinnern die Furchen und Falten beim ersten Blick an Landschaften bzw. Berge – und solche Entdeckungen konnten wir bei vielen seiner Werke machen.

Auf Spurensuche

Vor Ort kann man auf Spurensuche versteckter Elemente gehen, die Cézanne durch das Mittel der Reduktion auf die Grundformen in seinen Werken erschaffen hat – in dem er die Elemente mehr und mehr reduziert, schafft er ein Wechselspiel, das aus der Verfestigung und Auflösung der Formen besteht, wodurch man eine weiche Jacke durchaus mit einem festen, starren Berg in Verbindung bringen kann.

Ich kann jeden nur herzlich dazu einladen, sich selbst ein Bild von der beeindruckenden Ausstellung zu machen und auf Spurensuchen in Cézannes Werken zu gehen – es lohnt sich!