Pop-Up Bar im Wasserturm

Industrie-Charme, lockere Atmosphäre und kühle Drinks

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Sandra

So ziemlich jeder in Karlsruhe kennt den alten Wasserturm hinter dem Bahnhof. An ihm ist man schon oft vorbei gefahren, hat ihn betrachtet während man an der Ampel auf grün gewartet hat, aber so richtig bewusst haben ihn mit Sicherheit die Wenigsten wahrgenommen. Doch in diesem Sommer ist seine Zeit gekommen - der Wasserturm wird für vier Abende zum Treffpunkt. 

Ein Blick hinter die Kulissen

Vor gerade mal zwei Wochen habe ich zum ersten Mal davon gelesen: eine Pop-Up Bar eröffnet im alten Wasserturm. Das fand ich wirklich klasse, denn so etwas gab es bisher noch nicht in Karlsruhe. Ich wollte unbedingt mehr über die Idee und die Köpfe hinter der Pop-Up Bar erfahren. Zwei Tage vor der Premieren-Veranstaltung habe ich mich mit Marcel getroffen. Er ist einer der Organisatoren und hat mir alle meine Fragen beantwortet :)

Als ich um die Kurve biege, und direkt auf den Wasserturm zu steuer, gibt ein Bauzaun die klare Anweisung, das Gelände nicht zu betreten. Doch nur ein paar Meter weiter ist der Zaun zu einem Tor geöffnet und ich sehe auch schon ein Auto dort stehen - das musste Marcel sein. Als ich gerade noch mein Rad abstelle, kommt er schon aus dem Turm um mich zu begrüßen. Er erklärt mir, dass es noch einiges zu tun gibt, bis die Gäste am Freitag kommen und zeigt mir den Turm von innen. 

Betreten verboten! Willkommen am Wasserturm.

Das ist Marcel

Mit ein bisschen Phantasie: Eine hippe Bar mit ganz viel Industrie-Charme

Eine massive Eisentür gibt den Blick ins Innere des Wasserturms frei. In früheren Tagen wurde bereits versucht das Schloss aufzusägen, vielleicht ein paar Urban Explorer auf der Suche nach einem Lost Place? Oder doch nur jemand, der aus reiner Neugier Zugang zum Wasserturm wollte? Niemand weiß das so genau, aber das Schloss wurde durch einen massives Eisenriegel ersetzt. 

Es ist momentan noch alles voll gestellt: mitten im Raum steht die Theke, direkt zwischen den alten Pumpen. In der hinteren Ecke sind die Palettenmöbel aufgestapelt und hier und da noch ein paar Bierkisten. Es ist tatsächlich noch einiges zu tun, aber mit ein bisschen Phantasie kann ich mir schon vorstellen, wie hier am Freitag Abend alles aussehen wird. Immerhin die Neon-Lampen hängen bereits und funktionieren auch.  

Die Eisentür öffnet mit den Blick in den Wasserturm

Ein Blick hinein...

Die Neon-Lampen funktionieren schon mal

Der Wasserturm

Palettenmöbel, Neonlicht und ein paar Herausforderungen

Eigentlich arbeitet Marcel bei den Stadtwerken, genau so wie die meisten seiner Mit-Organisatoren, erzählt er mir während wir über die Treppe nach oben ins Obergeschoss des Wasserturms steigen. Hier oben wird es an den vier Terminen eine Art VIP-Bereich geben, der leider nicht für alle zugänglich ist. Das hat auch einfach was mit den Genehmigungen zu tun, denn für die Nutzung der oberen Etage wäre eine weitere Baugenehmigung notwendig - auch wenn gar nichts gebaut wird. Ziemlich kompliziert.

Freiwillig und in seiner Freizeit hat Marcel mit seinem Team aus 10 bis 15 Leuten das Gelände rund um den Wasserturm vom Gestrüpp befreit, die nötigen Dokumente bei der Stadt und den Behörden angefordert, Sponsoren gesucht und das Mobiliar aus Holzpaletten zusammengebaut. Alles mit dem Ziel, dem toten Gelände ein wenig neues Leben einzuhauchen und es in eine hippe After-Work-Location mit Bar im Wasserturm und Biergarten davor zu verwandeln.

Kurz vor meinem Eintreffen wurde auch das Bier für Freitag geliefert. Da der Kühlwagen noch im Stau stand wurde es vorerst im Schatten hinter dem Turm gelagert. Während ich mich noch ein wenig umsehe werkelt Marcel schon wieder fleißig an den letzten Palettenmöbeln. Nach Feierabend kommt dann auch seine Verstärkung um die letzten Vorbereitungen zu treffen. 

Ich finde den Einsatz wirklich toll und werde morgen Abend auf jeden Fall mal vorbei schauen, um mir anzusehen, was daraus geworden ist. Ich werde Euch auf jeden Fall hier auf dem Laufenden halten :)

Wer morgen keine Zeit hat - kein Problem! Hier sind die Termine:

Freitag, 23. Juni

Freitag, 30. Juni

Freitag, 7. Juli

Samstag 8. Juli

Das Bier wurde gerade geliefert

Die Palettenmöbel sind so gut wie alle fertig

Zu Besuch beim Opening-Event am 23. Juni

Das Areal war am Freitag kaum wieder zu erkennen! Ich war eine gute Stunde nach dem offiziellen Startschuss um 19 Uhr am Wasserturm und bereits von weitem habe ich gesehen, wie es sich schon viele Menschen rund um den Wasserturm gemütlich gemacht haben. Einige saßen auf den Palettenbänken, die Marcel noch vor 2 Tagen fertig gezimmert hat, am Eingang waren Stehtische aufgestellt und alle anderen haben es sich auf mitgebrachten Decken oder einfach so im Gras bequem gemacht. Kinder spielten auf der weitläufigen Wiese mit ihrer Frisbee während die Eltern bei einem kühlen Getränk mit ihren Freunden auf der Decke saßen. Es war ein buntes Publikum, doch alle waren locker, entspannt und hatten sichtlich Spaß an der Veranstaltung. 

Im Hintergrund legte ein DJ entspannte Chill-Out Musik auf und im Turm selbst gab es kühle Getränke. Allerdings musste man dafür eine ganze Weile anstehen. Daher hat der Herr Hoepfner kurzerhand selbst zum Bierkasten gegriffen und hat alle Bierdurstigen in der Warteschlange mit Bier versorgt.

Die Schlange wurde schlagartig kleiner und ich bin schneller als gedacht zu meinem Craftbeer gekommen :) Im Inneren des Turmes kam nun auch der volle Industrie-Charme so richtig zur Geltung. Zwischen den großen Pumpenelementen gab es zwei Bars - eine für Bier und eine für alles andere. Bunte Lampen am Treppenaufgang sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre und an den Wänden hing eine kleine Fotoausstellung mit Bildern von alten, halb zerfallenen Gebäuden. 

Der Plan, "den Wasserturm in eine hippe Bar und das Außengelände in einen alternativen Biergarten umzuwandeln" ist Marcel und seinem Team wirklich gelungen. Ich hatte einen netten Abend und komme sehr gerne auch zum zweiten Termin :) Hier noch ein kleiner Video-Einblick vom letzten Freitag:

Ein kleiner Eindruck vom Opening-Event am 23. Juni 2017

Und alles für den guten Zweck

Der Erlös aus den Getränken, die an allen vier Events verkauft werden, geht an den Förderverein zur Unterstützung des Onkologischen Kinderklinik Karlsruhe e.V.

Außerdem kann der Pfand für die Flaschen und Becher an der Viva con Agua Station gespendet werden. 

Also noch zwei Gründe mehr an einem der folgenden drei Termine vorbei zu kommen :)