Karlsruher Wälder

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von Johanna

Karlsruhe ist allgemein als grüne Stadt bekannt. Die vielen Parkanlagen und Gärten sind Teil des Charmes und ein Grund für die hohe Lebensqualität der Stadt. Doch auch die großflächigen Waldgebiete tragen dazu bei und ermöglichen einen echten Kurzurlaub der Erholung.

Umweltschutz, Kunst und Geschichte - Der Hardtwald

Pfad der Nachhaltigkeit

An einem sonnigen Mittwoch-Nachmittag beginne ich meine Erkundung der Wälder im Hardtwald. Hinter dem Schoßgarten-See führt die Linkenheimer Allee zum Pfad der Nachhaltigkeit. Sofort fallen mir die gute Luft und die verschiedenen Vogel-Gesänge auf. Hier an der Grenze von Stadt und Wald erläutern die Infotafeln der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. acht Themen der forstlichen Nachhaltigkeit und durch mehrere sogenannte Waldfenster wird man für die Bedeutung und Achtung der Wälder sensibilisiert. Mehrere Holzskulpturen des Karlsruher Künstlers Hans Wetzel schmücken den Weg und wenn man die Kunsrwerke ein wenig auf sich wirken lässt, entdeckt man auch hier wieder der Hinweis die Balance zwischen Wald und Mensch zu erhalten.

Waldfenster mit Skulptur

Hans Wetzel Leben

Hans Wetzel Tod

Baumkronen im Hardtwald

Das Karlsruher Mundwerk

An diversen Stellen kann ich Infotafeln zu verschiedenen Lauf- und Walkingstrecken entdecken. Heute entscheide ich mich für die 6,8 km lange Strecke zum Karlsruher Mundwerk. Als ich am meinem Ziel ankomme bin ich schwer beeindruckt. Das Monument der badischen Künstlerin Patricia Blum ist ein aus dem Sturmholz historischer Bäume, in zahnwissenschaftlich korrekter Anordnung geformtes, riesiges (Holz-) Gebiss, mit einem kariösen (Holz-) Zahn mit Goldkeramikfüllung und einer Zahnbürste aus Majolika-Karlsruhe-Keramik. Das größte der Welt, um genau zu sagen. Man erfährt, dass die Künstlerin eine Verbindung zwischen ihrem zentralen Schaffens-Thema der Zähne und der Erinnerung an den Jahrhundert-Orkan Lothar schaffen wollte. Ich empfinde die Verbindung von Natur und Kunst in diesem Monument als sehr gelungen und merke, dass auch in künstlerisch/kultureller Hinsicht im Hardtwald jede Menge geboten wird.

Karl Drais-Weg

Karlsruher Mundwerk

Majolika-Keramik

Sonnenschein auf einem Baumstamm

Die Großherzogliche Grabkapelle

Ich laufe weiter auf dem Kanalweg zum östlichen Hardtwald, wo auf einer kleinen Lichtung die beeindruckende Großherzogliche Grabkapelle iegt. Tief im Wald gelegen und gut versteckt durch die umgebenden Baumreihen wirkt diese fast schon magisch. Man kann die Kapelle besichtigen und auch Führungen werden angeboten. Ich lese mich ein bisschen in die Stadtgeschichte ein und erfahre, dass Großherzog Friedrich I. und seine Gemahlin hier im einstigen Fasanengarten die Grapkapelle errichten ließen und sie seit 1946 die Grablege der badischen Großherzöge ist.

Großherzogliche Grabkapelle Seitenansicht

Großherzogliche Grabkapelle frontal

Der Tierpark Oberwald - Beeindruckende Wildnis

Am nächsten Tag führt mich mein Weg nach Rüppurr, wo ich den Oberwald und den dortigen Tierpark besichtigen möchte. Der Oberwald selbst ist ein circa 600 Hektar großes Landschafts- und Naturschutzgebiet. Seine Seen, wie der Erlachsee, sind Rückzugsgebiete für Wat- und Wasservögel, Amphibien und Insekten. Im Tierpark Oberwald kann man in naturbelassenen Gehegen, mit meist mehreren tausend Quadratmetern Fläche, die Tiere „mitten im Wald“ erleben. Hier sind Tiere vertreten die zum Teil in Artenschutzprojekten geführt werden und wieder ausgesiedelt werden sollen: Wisente, Przewalskipferde, Onager, Mesopotamische Damhirsche, Persische Kropfgazellen und viele weitere kann man hier bestaunen. Besonders gut gefallen mir hier die imposanten Wisente. Auch ein junges Wisent gibt es, das mit seiner Mutter im Schatten ihrer Schlaf-Unterkunft versteckt ist. Mehrmals wird auf das Verbot des Fütterns der Tiere hingewiesen und vor den tödlichen Folgen einer unsachgemäßen Fütterung gewarnt. Ich finde es sehr gut, dass auf die Rücksicht vor der Natur hingewiesen wird und genieße es die Wildtiere in dieser natürlichen Umgebung zu beobachten. Die Tiere wirken alle sehr verspielt und zufrieden, besonders die asiatischen Esel, die Onager jagen ununterbrochen um die Wette und fühlen sich sichtlich ungestört.

Persische Kropfgazellen

Wisent

Mesopotamischer Damhirsch

Action für die Einen, Entspannung für die Anderen - Der Erholungswald Rittnert

Am letzten Tag besuche ich den Erholungswald Rittnert. Mit der Straßenbahn fährt man nach Durlach, um den Aufstieg zum Turmberg zu machen. Von dort aus laufe ich an einem großzügigen und mit den verschiedensten kreativen Spiel-Attraktionen ausgestatteten Waldspielplatz und dem Waldseilpark Karlsruhe vorbei. Ich überlege mir diesen beim nächsten Mal zu besuchen, denn der Lautstärke zu urteilen scheinen die verschiedenen Parcours dort wirklich großen Spaß zu machen.

Endplattform im Waldseilgarten

Schwebebrücke im Waldseilgarten

Am urigen Restaurant Schützenhaus vorbei führt mein Weg vorbei an langen Feldern und dank der hohen Lage kann ich eine beeindruckende Aussicht genießen. Auf meiner Wanderung komme ich auch am Rittnerthof vorbei, der als Reiterhof genutzt wird. Wenn man Glück hat kann man einen Blick auf ein paar Pferde erhaschen, die grade auf dem Hof gestriegelt werden. Nach 3,4 Kilometern bin ich endlich am Ziel angelangt. Der Erholungswald ist ein für den Kraichgau typischer Buchenwald und eine echte Idylle. Auch hier erfährt man gleich, dass dort Natur- und Artenschutz und nachhaltige Waldwirtschaft großgeschrieben werden. Hier hört man jetzt wirklich kein einziges Auto mehr und ich denke, dass sich der lange Weg gelohnt hat, als ich hier ankomme.

Aussicht auf den Lamprechtshof

Übersichtskarte Rittnertwald

Weg im Rittnertwald