Mykene

Die sagenhafte Welt des Agamemnon

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Marieke

Mykene? Bei diesem Begriff werden vielleicht Erinnerungen aus der Schulzeit wach und es kommen einem Griechenland oder Homer in den Sinn. Doch auch wenn dem nicht so ist, solltet Ihr euch die neue Sonderausstellung im Badischen Landesmuseum nicht entgehen lassen, denn hier erfahrt Ihr alles Wissenswerte rund um Mykene und die mykenische Kultur.

Eintauchen in die Welt von damals

Direkt der erste Raum der Ausstellung bietet etwas ganz Besonderes. An den Wänden hängen große Bilder der Ausgrabungen aus den 1890er Jahren. Alles in Sepia gehalten, damit der Besucher in die damalige Zeit eintauchen kann. Hier steht eine Büste von Homer und von Heinrich Schliemann. Schliemann gilt als der Entdecker der mykenischen Kultur. Den Archäologen kann man schmunzelnd als den Hero unter den deutschen Archäologen bezeichnen. Wie ein Schatzsucher machte er sich auf, um die Schätze zu entdecken, die von Homer so beeindruckend beschrieben wurden. Zudem findet Ihr hier einen Nachbau des Löwentors, dem Eingang zur antiken Stadt Mykene

Schliemann- der Hero unter den deutschen Archäologen

Das Löwentor - Eingang zur Stadt Mykene

3 Räume – 3 Zeiten

Die mykenische Zeit wird in drei Phasen unterteilt. Die Vor-Palastzeit, die Zeit der Paläste und die Nach-Palastzeit, in der die mykenische Kultur unterging. Jede Phase hat in der Ausstellung ihren eigenen Raum. Hier könnt Ihr wunderschöne Amphoren, Schmuck und viele weitere Dinge entdecken.

Zahlreiche goldene Artefakte werden präsentiert, wobei die Goldmaske des Agamemnons besonders beeindruckend ist. Mit der Goldmaske ist eine interessante Geschichte verbunden. Denn bei ihrer Entdeckung fand man unter ihr einen Leichnam, der aufgrund des geringen Sauerstoffgehalts in dem Grab nicht verfallen war. Doch kaum wurde die Sauerstoffzufuhr durch die Ausgrabungen erhöht, begann der Zerfall und dauerte gerade einmal zwei Tage.

Die Goldmaske des Agamemnon

Bemerkenswert an dieser Ausstellung ist die Tatsache, dass es Ausstellungsstücke zu entdecken gibt, die bisher noch nie präsentiert und die teilweise erst vor wenigen Jahren entdeckt wurden. Dazu gehört der Schmuck aus dem Grab des Greifenkriegers. Greifenkrieger wurde er genannt, da auf seinem Bauch ein Greif gefunden wurde. Das Grab wurde erst 2015 entdeckt.

In der Ausstellung gibt es einen kleinen Nebenraum, der an die damals typischen Gräber erinnern soll, die Tholosgräber (Kuppelgräber). Durch solche Ideen wirkt die gesamte Ausstellung sehr anschaulich und es macht einfach Spaß sie zu bestaunen.

Schmuck aus dem Grab des Greifenkriegers

Ausstellungsstücke Tholosgrab

Das Leben in der mykenischen Zeit

All die gezeigten Ausstellungsstücke sagen natürlich viel über das Leben der Mykener aus. An der Spitze der Gesellschaft stand der sogenannte Wanax (König). Gemeinsam mit ihm lebte die damalige High Society im Palast.

Vorbild der mykenischen Kultur war die minoische Kultur. Viele Funde erinnern an diese Kultur, doch entwickelten die Mykener ihre ganz eigene Form. Auch die Sprachen waren unterschiedlich, so sprachen die Mykener Griechisch, wenn auch in einer abgewandelten Form. Zudem hatten die Mykener ihre eigenen Götter und ihren eigenen Totenkult.

Funfact: Nicknames der zwei Göttinnen Olga und der Verkehrspolizist

Mitten in der Ausstellung erwartet Euch ein ganz besonderes Highlight: der Nachbau eines Thronsaals. Der Nachbau ist idealtypisch. Genau in dieser Form gab es ihn nicht, doch sind einzelne Elemente aus verschiedenen Palästen überliefert. Und ja, auch damals war der Thronsaal so bunt! Hier dürfen die Besucher sogar auf dem Thron Platz nehmen und sich einmal wie der Wanax fühlen. Hier ist es ausdrücklich erlaubt Fotos zu machen!

Thron des Wanax

Wandfresko im Thronsaal

Mykene – eine ganz besondere Ausstellung!

Nach dem letzten Raum, erwartet Euch der Blue Room. Dieser Raum lädt mit Sitzgelegenheiten und Büchern zum Verweilen ein. Hier findet Ihr eine Selfiestation und Smartphones mit denen ihr ein paar Fragen beantworten könnt: Was hat Euch in der Ausstellung besonders beeindruckt? Was soll von unserer Zeit in 3500 Jahren noch erhalten sein? Die bisher gegebenen Antworten sind auf Bildschirmen zu sehen.

An die kleinsten Besucher wurde bei der Ausstellung ebenfalls gedacht. Ein kleiner pinkfarbener Greif namens Griphus führt die Kinder durch die Ausstellung und erklärt dabei alles kindgerecht. So können auch die Kids an dieser spannenden und beeindruckenden Ausstellung teilnehmen.

Griphus führt Kids durch die Ausstellung

Blue Room