Karlsruhe mit dem HopOn/HopOff Bus erleben

steigt ein

Friederike

Karlsruhe ist nun seit knapp drei Monaten meine Wahlheimat und ich konnte bereits viel entdecken, doch leider habe ich es noch nicht zum Turmberg geschafft. Meine Freundin Jennifer, die in dem Bergdörfle Palmbach groß geworden ist, ist waschechte Karlsruherin und kennt sich hier sehr gut aus. Es war ihre Idee, den HopOn/HopOff Bus zu nutzen, um Karlsruhe mal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen und mir eine spannende Fahrt zum Turmberg zu ermöglichen.

Start am Bahnhofvorplatz

Wir haben uns dazu entschlossen, die Fahrt, wie die meisten anderen auch, am Bahnhofvorplatz zu beginnen. Die Fahrt beginnt pünktlich um 10 Uhr und wir waren kurz vorher noch in der Tourist-Information Karlsruhe, gegenüber vom Haupteingang des Hauptbahnhofs, um unsere Tickets zu kaufen. Diese kann man allerdings auch online oder direkt beim Busfahrer erwerben. An einem sommerlichen Tag mit herrlichem Wetter, nehmen wir ganz oben unsere Plätze ein und können so gleichzeitig die Sonne und die Aussicht genießen. Die Fahrt beginnt und wir, so wie die restlichen Passagiere, freuen uns auf eine spannende Fahrt!

Auf dem Weg zu unserem ersten Halt, dem Hintereingang des ZKM, können wir dem Audio Guide auf den verschiedensten Sprachen lauschen. Neben Deutsch und Badisch(!) kann man noch zwischen Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Niederländisch, Russisch, Spanisch und Chinesisch wählen. Es gibt spannende Informationen über die Karlsruher Geschichte zu erfahren, aber auch Allgemeines über die Sehenswürdigkeiten.

Badener Wappen am Stadteingang

ZKM (Zentrum für Kunst und Medien) Hintereingang

In der Südweststadt unterwegs

Hier an der zweiten Station sowie an jeder weiteren Haltestelle besteht bereits die Möglichkeit auszusteigen und beispielsweise das ZKM oder die nebenstehende Städtische Galerie zu besuchen. Wir fahren jedoch weiter über die Kriegsstraße Richtung Kongresszentrum. Wusstet ihr, dass die Kriegsstraße bereits 1800 angelegt und als Umgehungsstraße für die durchziehenden Soldaten benutzt wurde, die die Karlsruher Bevölkerung schützten?

Kurz darauf sind wir auch schon bei dem nächsten Stopp angekommen, man kann ein Blick auf das Konzerthaus erhaschen und bei Belieben hier aussteigen, um den Zoologischen Garten, das Vierordtbad oder die Schwarzwaldhalle zu besuchen.

Neue Perspektiven Café Jäck und...

Häuser auf der Karlstraße

Konzerthaus in der Südstadt

Von Kunst und Kultur bis zum Shopping-Erlebnis

Unsere Tour führt uns weiter Richtung Innenstadt, vorbei am Ettlinger Tor, dem Badischen Staatstheater, der Postgalerie, dem Ludwigsplatz, Prinz-Max-Palais und vielem mehr. Man kann gut an beiden Haltestellen aussteigen, um eine kleine Shopping Tour einzulegen. Ich entscheide mich für den Europaplatz, im Herzen der Stadt, und lege um ca. 10:25 Uhr einen Halt ein und „hoppe“ vom Bus. Währenddessen nutzen neue Passagiere die „HopOn“ Möglichkeit. Ich begebe mich auf die Suche nach einem netten Café und entspanne im Schatten mit einem Heißgetränk in der einen und einem Croissant in der anderen Hand.

Schlossbezirk

Jennifer wollte noch eine Station weiterfahren, denn für sie als Kunstliebhaberin gibt es hier einiges zu entdecken. Sie entscheidet sich für die aktuelle Ausstellung „SEAN SCULLY Vita Duplex“ in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Nach unseren Zwischenstopps haben wir uns im Botanischen Garten verabredet, um von der Haltestelle „Schlossbezirk“ gemeinsam um 13:20 Uhr weiterzufahren.

Währenddessen berichtete sie mir von den Informationen, die ich zwischen den letzten beiden Stationen verpasst habe. Der rote Doppeldeckerbus fährt nämlich die Stephanienstraße entlang, dort befindet sich unter anderem die kleinste Münzprägestätte Deutschlands, aus dem Jahr 1827. Das klassizistische Haus, in dem sich die Staatliche Münze Karlsruhe befindet, wurde vom berühmten Architekten Friedrich Weinbrenner entworfen. Außerdem sind neben fast jedem Gebäude kleine Torbögen zu finden, was bedeutet, dass in dieser Straße höhere Hofbeamte wohnten, die einen separaten Eingang für die Kutschen benötigten.

Schloss und Grundgesetze
Blick aufs Schloss und Platz der Grundrechte

Kreativpark Ost

Gestärkt und voller neuer Eindrücke setzen wir unsere Fahrt fort, es geht in Richtung Oststadt zum Alten Schlachthof, dem Kreativpark in Karlsruhe. Auf dem Weg dorthin passieren wir die Lutherkirche aus dem Jahr 1905 und vom Gelände des Alten Schlachthofes erblicken wir das älteste, nach vielen Zerstörungen wieder aufgebaute Gebäude in Karlsruhe – Das Schloss Gottesaue, welches an dem Platz des ehemaligen Klosters Gottesaue, aus dem Jahr 1094, steht. Es ist heute Teil der Hochschule für Musik Karlsruhe.

Bis heute finden Sanierungsarbeiten im Kreativpark statt, es haben sich aber schon einige Cafés, Restaurants, Ateliers, Büros und Clubs vor Ort etabliert! Auch der Otto-Dullenkopf-Park ist nur einen Katzensprung entfernt. Doch wir haben viel mehr Lust, sitzen zu bleiben und die angenehme Fahrt fortzusetzten.

Lutherkirche

Schloss Gottesaue

Durlach und der Weg zum Turmberg

Von der Oststadt ist man sehr schnell in Durlach – der „Mutter von Karlsruhe“. Die damalige Stadt wurde 1938 von Karlsruhe eingemeindet und gehört mit ca. 30.000 Bewohnern zum größten der Stadtteile. Es besteht natürlich die Chance, auch hier auszusteigen, jedoch empfiehlt der Busfahrer den Passagieren, sitzen zu bleiben und die Altstadt nach der Fahrt auf den Karlsruher „Hausberg“, den Turmberg zu erkunden. Der Weg zur Plattform dauert ca. 30 Minuten, doch es lohnt sich! Man passiert einige eindrucksvolle Villen mit kleinen Weinbergen im Hintergrund und oben auf dem Bus befindet man sich direkt unter den Ästen der Bäume, sodass man das Gefühl hat, manchmal den Kopf einziehen zu müssen. Uns hat es nicht weiter gestört, das gehört einfach zum Doppeldecker Erlebnis. Wir durchqueren den Wald und erreichen einen wunderschönen Aussichtspunkt, der zum Verweilen einlädt.

Weinberg in Durlach

Idyllischer Ausblick auf dem Weg zur Plattform

Endlich oben angekommen

Voller Vorfreude erreichen wir den Turmberg, er ist einer der nördlichsten Ausläufer des Schwarzwaldes. Der Busfahrer teilt per Lautsprecher mit, dass er pünktlich in 20 Minuten abfahren wird. Gerade genug Zeit, um die wunderbare Aussicht zu genießen und schnell die knapp 100 Stufen des Aussichtturmes zu besteigen. Oben angekommen erzählt mir Jennifer mehr über ihre Stadt und wir ziehen somit natürlich neugierige Blicke auf uns. Auf einmal befinden wir uns in einem netten Gespräch mit einem Rentnerpärchen aus Hannover. Die Zeit vergeht nun wirklich wie im Flug und wir müssen uns sputen, damit wir die Abfahrt nicht verpassen!

Turmberg 6
Aussicht vom Turmberg

Ein schöner Tag neigt sich dem Ende

Gerade noch geschafft! Wir fahren mit dem Bus runter nach Durlach und steigen um 14:35 Uhr wieder aus, um die Durlacher Altstadt zu erkunden und den Nachmittag dort zu verbringen. Der Ausflug neigt sich langsam dem Ende zu, genauso wie unsere letzte Chance, auf den HopOn/HopOff Bus zu „hoppen“. Um 17:20 Uhr fahren wir gemeinsam zurück zum Hauptbahnhof und haben Zeit das erlebte Revue passieren zu lassen.

Mir persönlich hat die Fahrt super viel Spaß gemacht und ich fand es klasse, dass die HopOn/HopOff Möglichkeit gegeben ist. Außerdem erfährt man viele interessante Dinge über Karlsruhe, doch mit am Abstand besten hat mir der Ausblick vom Turmberg gefallen! Deswegen bin ich sehr froh, dass Jennifer die tolle Idee mit dem Ausflug hatte!

Die CityTour ermöglicht es Besuchern einen ersten Eindruck der Stadt zu erhalten und bietet sich vor allem für Menschen an, die nicht mehr so fit und gut zu Fuß sind. Aber auch jüngere Menschen nutzen das Angebot und Familien profitieren davon, dass die Fahrt für Kinder unter 14 Jahren kostenlos ist. Ob Kunst und Kultur, Einkaufsbummel oder Zoobesuch – mit dem CityTour-Bus könnt ihr Karlsruhe in einem Tag ganz nach euren Vorlieben (neu) entdecken! Also worauf wartet ihr? Erlebt Karlsruhe mal aus einer ganz anderen Perspektive und lasst euch die Haare vom Wind verwehen!