Meilensteine der Rechtsgeschichte

Karlsruhe steht symbolhaft für die „Residenz des Rechts“. Neben dem Bundesverfassungsgericht, haben hier der Bundesgerichtshof und der Generalbundesanwalt beim Gerichtshof ihren Sitz. Die Fächerstadt ist Repräsentant unseres modernen, demokratischen Rechtstaats.

Doch bereits lange vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland gehörten Karlsruhe und die Region Baden zu den Vorreitern der Entwicklung unseres heutigen Rechtsverständnisses.

1715 Bereits mit der Gründung der Stadt legte Markgraf Wilhelm von Baden-Durlach mit dem Privilegienbrief Rechte für die Bewohner seiner neuen Stadt fest, die der damaligen Zeit weit voraus waren. So wurde unter anderem den Bürgern der Stadt die Religionsfreiheit und 20 Jahre Steuerfreiheit zugesprochen.
1746  In diesem Jahr übernahm Karl Friedrich die Regierung als Markgraf von Baden-Durlach. Während seiner Regentschaft wurden bedeutende rechtliche Angelegenheit beschlossen. Es kam unter anderem zur Aufhebung der Leibeigenschaft und Folter. Zudem wurde der Weg für die Unabhängigkeit der Justiz geebnet.
1818 Die Erste Badische Verfassung wurde verabschiedet. Die von Großherzog Karl Ludwig Friedrich unterschriebene Verfassung galt lange Zeit als eine der fortschrittlichsten Verfassungen Europas.
1822 Das Ständehaus wird eröffnet. Es ist das erste zu diesem Zweck entworfene Parlamentsgebäude im Deutschen Bund.
1848 Wie in vielen Regionen Mitteleuropas fand 1848 auch in Baden eine Revolution statt. Die Revolutionsführer forderten die Abschaffung der Fürstenherrschaft und die Gründung einer Republik.
1863/64 Mit dem Badischen Verwaltungsgerichtshof entstand in Deutschland das erste unabhängige Verwaltungsgericht.
1893 Das erste deutsche Mädchengymnasium wird eröffnet: das Lessing-Gymnasium.
1950/51 Die höchsten deutschen Institutionen des Rechts nehmen ihre Arbeit auf und sind in Karlsruhe beheimatet: Das Bundesverfassungsgericht, der Bundesgerichtshof und der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof (ugs. Bundesanwaltschaft).